Bevor wir zum Tag 17 kommen, müssen wir ein bisschen ausholen.Jan’s Mutter Brigitta wurde 1941 geboren – mitten im 2.Weltkrieg. Ihr Vater Gustav war damals schon Soldat in der deutschen Wehrmacht. 1944 wurde er in die Normandie stationiert, wo er sein Leben verlor.
Im Laufe der Jahre erfuhren wir, dass er auf dem deutschen Soldatenfriedhof La Campe beerdigt ist.Doch niemand aus der Familie hatte es je geschafft, dieses Grab zu besuchen.Man wusste, dass es existierte – mehr nicht.Als wir unsere Frankreich-Reise planten, stand für uns fest, da müssen wir hin.
Von Mont Saint Michel aus fuhren wir nach La Cambe. Schon der Parkplatz überraschte uns:viele Besucher, vor allem Franzosen und Holländer.Durch einen kleinen Eingang betraten wir den Friedhof- eine weitläufige gepflegte Anlage, ruhig und würdevoll.
Auf einem Plan erkundigten wir die Lage des Grabes und machten uns auf die Suche.Schließlich standen wir davor: das Grab von Gustav Malonek. Jan’s Großvater – und für Lukas und Richard der Urgroßvater. Gustav’s Grab liegt im Schatten unter einer Eiche . Er teilt sich das Grab mit einem Kameraden. Es war ein bewegender Moment. Zum ersten Mal war jemand aus der Familie hier – und wir durften es sein.
Nach diesem Besuch fuhren wir weiter zum Omaha-Beach. Wenn man schon einmal in der Normandie ist, gehört dieser geschichtsträchtige Ort dazu.Wir spazierten ein wenig über den Strand und konnten uns kaum vorstellen, was hier 1944 passiert ist und gingen mit einem stillen Gefühl der Demut zum Campingplatz zurück.
Am Abend blickten wir auf einen besonderen und bewegenden, intensiven Tag zurück, mit Dankbarkeit aber auch Nachdenklichkeit.
Morgen geht es für uns auf die letzte Etappe unserer Reise. Und ja – ein letztes großes Highlight wartet noch auf uns.Aber davon mehr am Tag 18…
